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	<title>Kommentare zu: Quiz: Von wem stammt folgender Text:</title>
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	<description>Netztagebuch von Ulrich Holbein</description>
	<lastBuildDate>Mon, 17 Oct 2011 12:30:47 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Von: ulrich</title>
		<link>http://ulyversum.xuru.eu/quiz-von-wem-stammt-folgender-text/comment-page-1/#comment-7</link>
		<dc:creator>ulrich</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 13 Feb 2009 01:01:38 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://ulyversum.xuru.eu/?p=121#comment-7</guid>
		<description>Sehr geehrter Herr Bottrop,
mein begeisterbarer Blogwart (dessen Windhund ich gelegentlich hüte) hat viel für Sex übrig, also wollt ich ihm nicht mit asexuellen Texten das Leben verdüstern – das ahnt ja keiner, daß sonst noch jemand reinguckt – das ist mir jetzt etwas peinlich. Bitte sehen Sie über die Popel-, Penis- und Darmquote großzügig hinweg. Für Ihre engagierte Sorge um mein literarisches Seelenheil und Survivel danke ich Ihnen; wenn schon Gott mich nicht ewig um sich haben will, weil ich nicht oft genug zu ihm bete, dann sollen wenigstens ein paar Bibliothekskadaver rumstehn, die dann sowieso am zweiten Tag der nächsten Eiszeit, die mindestens 8000-20000 Jahre dauern wird, verheizt werden. Sorry, aber ich denke in etwas weiträumigeren Perspektiven. Daß Bibliotheken mich seit 1996 n. Chr. nicht mehr einarbeiten, wußte ich nicht, hängt eher damit zusammen, daß Suhrkamp Sprachlupe &amp; Isis nicht machen wollte, weil darin Seitenhiebe auf Suhrkampautoren wie Handke angeblich drinstehn (Unseld senior himself schrieb quer drüber „Geht nicht im Hauptprogramm“). Ich beging die Ursünde, um der Arroganz von Suhrkamplektoren menschlich auszuweichen, bei netten Kleinverlagen zu publizieren und schon bin ich out und gehe im Restmüll unter. Sie können mich ja gern im Auge behalten, falls möglich – hiermit prognostizier ich: Nie wieder Glossen- und Zwergobstsammlungen; es kotzt mich an, dauernd dasselbe Buch zu variieren; die eigentliche Katze, samt Windhund, hab ich kurz vor Ladenschluß noch nicht aus dem Sack gelassen, bin aber dran, und da steckt auch ein bissel mehr drin als Selbstverulkung – denn wer bin schon ich, auch nur eine Welle im Ozean. Heimliche Tsunami-Drehpunkte hab ich als Polyphoniker ganz viele; je nach Abstraktionsleistung derer, die von außen gucken, ist’s dann dann mal der, mal jener – da wird keine findige Nase an der Exegese gehindert. 
  Keine Sorge – bei H. Schmidt &amp; Otto W. ergreift mich Entsetzen &amp; Panik; Titanic, der ich mehrmals Texte anbot, druckt mich nie; da paßt irgendwas nicht zusammen; selbst bei Gernhardtlyrik gelingt mir keinerlei Lacher – ich bin eigentlich ein ernster Mensch, wenn ich bitten darf, sogar tiefernst, ja, todernst (wie nicht nur meine Paßfotos sattsam beweisen). Mein ästhetisches Fernziel: dies keinesfalls zu verheimlichen.
  Mit entsprechend unbewegtem Gesichtsausdruck, aber vorzüglicher Hochachtung, schönen Grüßen und bestem Dank für Ihre wirklich sehr gut durchdachten, äußerst beherzigenswerten Empfehlungen und Ausführungen – stets zu Diensten -- Ihr Ulrich Holbein</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Sehr geehrter Herr Bottrop,<br />
mein begeisterbarer Blogwart (dessen Windhund ich gelegentlich hüte) hat viel für Sex übrig, also wollt ich ihm nicht mit asexuellen Texten das Leben verdüstern – das ahnt ja keiner, daß sonst noch jemand reinguckt – das ist mir jetzt etwas peinlich. Bitte sehen Sie über die Popel-, Penis- und Darmquote großzügig hinweg. Für Ihre engagierte Sorge um mein literarisches Seelenheil und Survivel danke ich Ihnen; wenn schon Gott mich nicht ewig um sich haben will, weil ich nicht oft genug zu ihm bete, dann sollen wenigstens ein paar Bibliothekskadaver rumstehn, die dann sowieso am zweiten Tag der nächsten Eiszeit, die mindestens 8000-20000 Jahre dauern wird, verheizt werden. Sorry, aber ich denke in etwas weiträumigeren Perspektiven. Daß Bibliotheken mich seit 1996 n. Chr. nicht mehr einarbeiten, wußte ich nicht, hängt eher damit zusammen, daß Suhrkamp Sprachlupe &amp; Isis nicht machen wollte, weil darin Seitenhiebe auf Suhrkampautoren wie Handke angeblich drinstehn (Unseld senior himself schrieb quer drüber „Geht nicht im Hauptprogramm“). Ich beging die Ursünde, um der Arroganz von Suhrkamplektoren menschlich auszuweichen, bei netten Kleinverlagen zu publizieren und schon bin ich out und gehe im Restmüll unter. Sie können mich ja gern im Auge behalten, falls möglich – hiermit prognostizier ich: Nie wieder Glossen- und Zwergobstsammlungen; es kotzt mich an, dauernd dasselbe Buch zu variieren; die eigentliche Katze, samt Windhund, hab ich kurz vor Ladenschluß noch nicht aus dem Sack gelassen, bin aber dran, und da steckt auch ein bissel mehr drin als Selbstverulkung – denn wer bin schon ich, auch nur eine Welle im Ozean. Heimliche Tsunami-Drehpunkte hab ich als Polyphoniker ganz viele; je nach Abstraktionsleistung derer, die von außen gucken, ist’s dann dann mal der, mal jener – da wird keine findige Nase an der Exegese gehindert.<br />
  Keine Sorge – bei H. Schmidt &amp; Otto W. ergreift mich Entsetzen &amp; Panik; Titanic, der ich mehrmals Texte anbot, druckt mich nie; da paßt irgendwas nicht zusammen; selbst bei Gernhardtlyrik gelingt mir keinerlei Lacher – ich bin eigentlich ein ernster Mensch, wenn ich bitten darf, sogar tiefernst, ja, todernst (wie nicht nur meine Paßfotos sattsam beweisen). Mein ästhetisches Fernziel: dies keinesfalls zu verheimlichen.<br />
  Mit entsprechend unbewegtem Gesichtsausdruck, aber vorzüglicher Hochachtung, schönen Grüßen und bestem Dank für Ihre wirklich sehr gut durchdachten, äußerst beherzigenswerten Empfehlungen und Ausführungen – stets zu Diensten &#8212; Ihr Ulrich Holbein</p>
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		<title>Von: Leo Bottrop</title>
		<link>http://ulyversum.xuru.eu/quiz-von-wem-stammt-folgender-text/comment-page-1/#comment-6</link>
		<dc:creator>Leo Bottrop</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Feb 2009 12:38:42 +0000</pubDate>
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		<description>Man müsste Sie vor sich selbst schützen, lieber Herr Holbein, ich meine natürlich Ihr Schreiben, und wenn es Ihre Freunde, Verleger, Lektoren nicht tun, müssen Sie sich andere suchen. Sowas wie der Februar-Text auf Ihrer website, ich sag es mit grösster Deutlichkeit, also brutal, kann Sie als Autor umbringen. Wenn Sie weiter blödeln, Wasserlattenwitze, Männlichkeitsgehampel etc. ablassen, sind Sie bald tot. Wer nicht mehr von den öffentlichen Bibliotheken angekauft wird, kann seine Nachwelt vergessen “ sie hat ihn schon zu Lebzeiten vergessen. Und Sie  sind ab 1996 daraus verschwunden, hab ich nachgeprüft. Das Komische, das Groteske wird vollkommen entästhetisiert, wenn es so grobschlächtig daherkommt wie in diesem eigentlich schön ausgedachten Text. Warum können Sie nicht auf Popel, Därme, Penisse und andere sexualisierte Anspielungen verzichten (und die Harald Schmidt überlassen) und trotzdem dasselbe ausdrücken? Fehlts da an Kunst? Wenn Ihr Humor nicht mehr trifft, was er treffen soll und political incorrect sein alles ist, was Sie können, können Sie es  auch gleich lassen. 
Ihr Narratorium ist praktisch nicht zu toppen, nichtmal von Ihnen. Der Weg auf den Gipfel endet  aber nicht auf dem Gipfel, sondern wenn man wieder unten angekommen ist, wie Eigernordwand-und Mount-Everest-Besteiger  immer wieder gezeigt haben. Was kommt also nach N.? Es muss, finde ich ganz unmassgeblicherweise als Leser, noch was ganz Anderes kommen, ein vollkommener Neuanfang, zwar Holbein, aber ein anderer Holbein, mit dem keiner rechnet, vielleicht nichtmal er selber. Dann wird es wieder spannend, aber auch schwer und für Sie selber vielleicht interessant. 
Jedes Werk hat seinen sorgsam verheimlichten Drehpunkt, seinen Himmelspol sozusagen. Ihrer ist aus meiner Sicht die Selbstverulkung; warum das so ist, will ich gar nicht ergründen, das ginge dann schon ins Psychologische. Aber Selbstverulkung darf nicht in Selbstdemontage  enden. Das wär zu schade.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Man müsste Sie vor sich selbst schützen, lieber Herr Holbein, ich meine natürlich Ihr Schreiben, und wenn es Ihre Freunde, Verleger, Lektoren nicht tun, müssen Sie sich andere suchen. Sowas wie der Februar-Text auf Ihrer website, ich sag es mit grösster Deutlichkeit, also brutal, kann Sie als Autor umbringen. Wenn Sie weiter blödeln, Wasserlattenwitze, Männlichkeitsgehampel etc. ablassen, sind Sie bald tot. Wer nicht mehr von den öffentlichen Bibliotheken angekauft wird, kann seine Nachwelt vergessen “ sie hat ihn schon zu Lebzeiten vergessen. Und Sie  sind ab 1996 daraus verschwunden, hab ich nachgeprüft. Das Komische, das Groteske wird vollkommen entästhetisiert, wenn es so grobschlächtig daherkommt wie in diesem eigentlich schön ausgedachten Text. Warum können Sie nicht auf Popel, Därme, Penisse und andere sexualisierte Anspielungen verzichten (und die Harald Schmidt überlassen) und trotzdem dasselbe ausdrücken? Fehlts da an Kunst? Wenn Ihr Humor nicht mehr trifft, was er treffen soll und political incorrect sein alles ist, was Sie können, können Sie es  auch gleich lassen.<br />
Ihr Narratorium ist praktisch nicht zu toppen, nichtmal von Ihnen. Der Weg auf den Gipfel endet  aber nicht auf dem Gipfel, sondern wenn man wieder unten angekommen ist, wie Eigernordwand-und Mount-Everest-Besteiger  immer wieder gezeigt haben. Was kommt also nach N.? Es muss, finde ich ganz unmassgeblicherweise als Leser, noch was ganz Anderes kommen, ein vollkommener Neuanfang, zwar Holbein, aber ein anderer Holbein, mit dem keiner rechnet, vielleicht nichtmal er selber. Dann wird es wieder spannend, aber auch schwer und für Sie selber vielleicht interessant.<br />
Jedes Werk hat seinen sorgsam verheimlichten Drehpunkt, seinen Himmelspol sozusagen. Ihrer ist aus meiner Sicht die Selbstverulkung; warum das so ist, will ich gar nicht ergründen, das ginge dann schon ins Psychologische. Aber Selbstverulkung darf nicht in Selbstdemontage  enden. Das wär zu schade.</p>
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