Karlheinz mit Turban

11. Februar 2009 · Thema: Allgemein

Drei Menschen führten drei Pferde von der Weide, am Halfter, da sah ein Nordhesse sie kommen und sprach sie an: „Ah, eine Karawane! Und alle Kamele ohne Buckel!“ Statt angemessene Cowboy-Assoziationen zu befolgen. Dies zeigt doch wohl, daß die Tatsache, auch als antiamerikanisch engagierter Zeitgenosse Amerikaner zu sein, längst schon subkutan und unterschwellig aufgeweicht und aufgelöst und panarabisiert wurde. Zumal man auch hierzulande ohne arabische Ziffern nicht bis drei zählen könnte, allenfalls auf römisch. Nach wie vor zeigen WDR 3 und ähnliche Sender irgendeinen Karlheinz, wie er mitten im Jemen sitzt, auf großer Tour, mit Sonnenbrand, Hornissenbrille und Nasenschutz, ein netter angejahrter Verwaltungsbeamter aus Wuppertal,    der überaus problemlos ins Mikro verkündet: „…daß halt moi Läbe bishääär mir irgendwie nicht g‘nügt het, verstäääähscht, und i mir g‘denkt hob, do muß do no ebbes komme, und das hab ‘i    nu hier g‘funne, hier in der Wüschte…jedenfalls, was meine Identitäääätsfindung betreffe tut.“ Oder so äääähnlich. Nicht jeder möchte so einfach zu sich selbscht gefunne haben, über den Umweg Turban, jawohl, Karlheinz trug Turban, in aller Unschuld Turban, mindestens Kopfschutz, der aber in der Wüste naturgemäß turbanartig sich um die biedere Birne schlängelt, sich aufbaut, auftürmt, und der Karlheinz nicht nur sehr gut steht, ihn geradezu aufwertet, mit Sinn auflädt, ihm einen exotischen Mehrwert verleiht, wenn nicht gar einen Ewigkeitswert. Obwohl in Texas oder wo ein Mann erschossen wurde, nur weil er einen Turban trug, und weil der Täter in der Eile zwischen Muslimen und Sikh nicht unterscheiden konnte.

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