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	<title>ulyversum &#187; 2009 &#187; Februar</title>
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	<description>Netztagebuch von Ulrich Holbein</description>
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		<title>Karlheinz mit Turban</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Feb 2009 14:38:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ulrich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Drei Menschen führten drei Pferde von der Weide, am Halfter, da sah ein Nordhesse sie kommen und sprach sie an: „Ah, eine Karawane! Und alle Kamele ohne Buckel!“ Statt angemessene Cowboy-Assoziationen zu befolgen. Dies zeigt doch wohl, daß die Tatsache, auch als antiamerikanisch engagierter Zeitgenosse Amerikaner zu sein, längst schon subkutan und unterschwellig aufgeweicht und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Drei Menschen führten drei Pferde von der Weide, am Halfter, da sah ein Nordhesse sie kommen und sprach sie an: „Ah, eine Karawane! Und alle Kamele ohne Buckel!“ Statt angemessene Cowboy-Assoziationen zu befolgen. Dies zeigt doch wohl, daß die Tatsache, auch als antiamerikanisch engagierter Zeitgenosse Amerikaner zu sein, längst schon subkutan und unterschwellig aufgeweicht und aufgelöst und panarabisiert wurde. Zumal man auch hierzulande ohne arabische Ziffern nicht bis drei zählen könnte, allenfalls auf römisch. Nach wie vor zeigen WDR 3 und ähnliche Sender irgendeinen Karlheinz, wie er mitten im Jemen sitzt, auf großer Tour, mit Sonnenbrand, Hornissenbrille und Nasenschutz, ein netter angejahrter Verwaltungsbeamter aus Wuppertal,    der überaus problemlos ins Mikro verkündet: „&#8230;daß halt moi Läbe bishääär mir irgendwie nicht g‘nügt het, verstäääähscht, und i mir g‘denkt hob, do muß do no ebbes komme, und das hab ‘i    nu hier g‘funne, hier in der Wüschte&#8230;jedenfalls, was meine Identitäääätsfindung betreffe tut.“ Oder so äääähnlich. Nicht jeder möchte so einfach zu sich selbscht gefunne haben, über den Umweg Turban, jawohl, Karlheinz trug Turban, in aller Unschuld Turban, mindestens Kopfschutz, der aber in der Wüste naturgemäß turbanartig sich um die biedere Birne schlängelt, sich aufbaut, auftürmt, und der Karlheinz nicht nur sehr gut steht, ihn geradezu aufwertet, mit Sinn auflädt, ihm einen exotischen Mehrwert verleiht, wenn nicht gar einen Ewigkeitswert. Obwohl in Texas oder wo ein Mann erschossen wurde, nur weil er einen Turban trug, und weil der Täter in der Eile zwischen Muslimen und Sikh nicht unterscheiden konnte.</p>
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		<title>Quiz: Von wem stammt folgender Text:</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Feb 2009 12:49:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ulrich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich kenne ein Wunderwerk, aber das ist ein anderes Kapitel. Schon da wird’s verdreht: ich kenne es und kenne es doch nicht. Wende ich für länger oder kürzeren Augenblick meine Augen von ihm ab – womit keinesfalls gesagt ist, es sei ein Wunderwerk nur für die Augen -, und obwohl ich es eigentlich so gut [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal"><span style="small;">Ich kenne ein Wunderwerk, aber das ist ein anderes Kapitel. Schon da wird’s verdreht: ich kenne es und kenne es doch nicht. Wende ich für länger oder kürzeren Augenblick meine Augen von ihm ab – womit keinesfalls gesagt ist, es sei ein Wunderwerk nur für die Augen -, und obwohl ich es eigentlich so gut wie nie tue, wird ich ihm Fremdling. Ein eigentümliches tumbes Gefühl bemächtigt sich meiner, genauso wenn ich mich lang mit ihm beschäftigt habe und wir uns vor Gewöhnung garnimmer wahrnehmen. Immer wieder aber fällt wie durch das Schlüsselloch einer zugenagelten Ebenholztür ein glühender Sonnestrahlpfeil, ich weiß selbst nicht, warum sich Schweiß auf meiner Oberlippe bildet, aber wie von Sinnen versuch ich dann in den tiefen Sinn des Wunderwerkes mich einzubohren. Ein Hinweis, den ich ihm selbst entnahm, sagt mir unzweideutig, daß ich außerhalb von ihm nichts finden könne, was mich es besser verstehen macht, keine Strukturanalysse, keine Quellenforschung. „In mir oder nirgends!“ (werkimmanente Interpretation) so steht’s geschrieben, womit ich wiederum nicht andeuten will, daß das besagte wunderbare Werk aus Aufzeichnungen besteht, also eine Dichtung quasi ist. So mach ich mich dann denn folgsam in den Eingeweiden auf den Weg, ich, der Uneingeweihte, der selbst innen noch ein Außenstehender bleibt. Tapfer schreite ich meinen Weg aufwärts, d.h. im Moment steige ich ich zu den Quellen. Durch Berg und Täler ist der Weg geleitet, hier ist der Blick beschränkt, dort wieder frei, und da wo er für ein paar Schritte frei ist, wo man vom Berg aus „Schöner Aussicht“ frönt, beziehungsweise tutend ein „Großes dämmerndes Tal“ sich auftut, wenn gar eine sonnenerwärmte, entengefüllte Bucht, so scheint’s wie Nebel aufzufliegen, wie eine Zeitmauer fällt selbige in sich zusamm’, ein leichter Schwindel kommt mich an, bei diesem Erlösungskußüberflußerguß, der Heiland reißt den Himmel auf… Und im milchigen Glast seh ich Risse sich fügen, Abgeblättertes sich wieder anblättern, Krümel rollen dahin, wo sie hergekommen, Bröckel desgleichen; bunte, geschehnisreiche Fortsetzungen ziehen majestätisch und geschichterzählend an mir vorüber, von Spruch- und Sprechbändern und Wolken klangfreudig begleitet, deren Stimmung entgilbte. Entfallendes, Verlegtes entschält sich ohne altmodischen Anhauch gleich einer verlängerten Banane. Na endlich! Na endlich! Aber da ist die gewaltige Ebenholztür schon wieder ins Schloß gefallen, mit Krach, mein eben, ach, so bewegungsfreudiger Kaugummi wird zähflüssig und gerinnt mir im eben noch lachenden Mund, und ich muß mich einem Loch in der Bretterwand genügen, was aber – oh! – ist dahinter? FKK mit blassbrüstigen Geheimnissen und blutunterlauf’nen Penissen. Ach nein, das stimmt ja nicht, es ist vielmehr ein Mann zu sehen, der sich durch ein Loch in der Bretterwand ein rasantes Fußballspiel anschaut und dabei eine Banane verzehrt, am blassen Schaft halb entvorhäutet. Seinem lachenden Mund entquellen in verschieden langen Abständen blassblaue Sprechblasen, die in ihrer Größe immer dem Umfang des Gesagten entsprechend anschwellen, die aber, sobald letzteres verklungen, mit leichtem Platz zerknallen. Die Banane hingegen läßt hellgelbe Sprechblasen von sich, die sich aber immer nur mäßig ausdehnen.    &#8211;    Ich schlage unterdessen einen Pfad ein, der sacht in die Büsche gleitet (denkt nicht, daß es ein Irrtum sei!) d.h. während ebige Begebnisse mit dem Mann, der zitronengelbe Banane und dem rasanten Ritz im Holzzaun unmerklich in die Vergangenheit absanken, verbleibe ich (die Zeiten wechseln sich eben) hiererorts (die Zeiten wechselten sich eben) und bin in neuartigen Teilen des Gesamtgefüges präsent, wie gesagt: zunächst in allerhand Abstrusitäten: eben im Busch. Ich laufe wie auf gepolstertem Pudding, durch den hindurch ich aber gläsernes Gerippe ahne. Plötzlich juckt’s mich überall: an der Wade, an der Leber, am Nebenhoden… eine Herde Bananen ist schändlich über mich hergefallen. Seit wann emanzipiert sich Obst? Sind Bananen denn Staudentiere? Ich bin so entsetzt, daß die Äderchen meiner Lider vor lauter Augenaufreißen schlagartig mit leisem Knall zerplatzen. Da hör’ ich in solch unermeßlicher Ferne, daß ich meine, es müsse zehnmal außerhalb meines Wunderwerk-Labyrinths liegen, das knarrendste aller Tore, und schon heb’ ich ab vom Dust, alle bräunlichen Bananenschalen weit, weit hinter mir lassend schweb’ vögelich leicht und lau – lieblich lahm lockt’s lullend mich – lächerlich lallend über allem. Meine aeronautischen Nasenflügel blähen sich trötend und wie funkelnde Kartoffeln und blendende Karfunkel fliegen miene Brüll-Popel in den blanken blitzeblauen Äther. Mein blaues geplatzes Äderchen heilt unverzüglich an der Luft! An der frischen Luft! – Doch was seh’ ich da? Weit, weit unten seh’ ich ein weiches, weiches Löchlein, welches ich gewißlich gemütlich fände wie ein Ratz oder wie ein Erdmännchen oder wie Trolli, unser aller Hamster!</p>
<p class="MsoNormal"><span style="small;"><span style="'Times New Roman';">    Oh, ich vergeß, einiges über die allgemeinen Bedingungen und Strukturen des Wunderwerkes mitzuteilen, soweit sie mir sich mitgeteilt haben, versteht sich. Zunächst einmal und vom Äußeren her, kann man sagen: das Ganze ist in verschiedene Teile eingeteilt, in Sätze, Akte, Kapitel, Abschnitte, Szenen, Tafeln, Bilder, oder wie mans nennen soll. Und jedes ist mit einer bestimmten Färbung getönt, quasi in Dur oder Moll oder sonst etwas, jedes ist in einer gewisse eigentümliche Stimmung getaucht, mit welcher jeder Teil nicht für sich dasteht und in der Luft hängt, sondern mit manngifachen, oft zierlichen, und nicht einfach aufzuspürenden Bezügen zu anderen Teilen in oft bedeutungsvoll fataler Beziehung steht. Die meisten Teile haben eine einfache, aber wirkungsvolle Anatomie, die beginnen beispielweise bei oder mit Sonnenaufgang, und unter sanft geschwung’nem Bogen rollen mehr oder weniger wechselvolle Geschehnisse in gleichmäßigem Vorwärtsschreiten dem farbenreichen Abendrot entgegen. Andere Beispiele dagegen gleichen eher einem Holterdipolter sich überstürzender Ereignisse, vieles hoppelt durcheinander, manches geschieht in Zeitlupe. Anderes zu schnell, um’s wahrzunehmen. Fortwährend sind Pausen und Päuschen eingefügt, und Sonne, Mond und Sterne und Laternen gehen auf und unter, wie’s grad kommt. &#8212; Oft ergibt sich der Sinn solcher Stellen erst drei Stellen weiter. – In allen Teilen wird die Empfindung deutlich, die selbst Figuren innerhalb des Ganzen hier und da sehr schmerzlich spüren, daß dies alles nur erfunden ist – es ist die dunkele Empfindung des Garnicht-Wahr-Seins und der sehnliche Wunsch, handfest und konkret und nicht nur Schaumgespinst zu sein. Übrigens – in dem gesamten Stück wird – versteht sich! – genügend verballhornt (bis zum Geht Nicht Mehr!)!</p>
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